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Milchprobe: Probenahme und Auswertung


© Bernkopf (3)


Die Milchprobe

In enger Kooperation mit den Tiergesundheitsdiensten werden im Milchlabor der Klinik für Wiederkäuer pro Jahr ca. 4500 Milchproben v.a. aus Niederösterreichischen Milchviehherden untersucht. Weitere 3200 Proben werden im Rahmen von Betriebsbesuchen entnommen und ebenfalls ausgewertet.

Milchproben dienen einerseits zur Diagnostik und werden anderseits zur Kontrolle des Therapieerfolges eingesetzt.  

Für Niederösterreich und das Burgenland erfolgt die BU in Zusammenarbeit mit den Eutergesundheitsdiensten. Dort können auch die entsprechenden Formulare sowie die Probenröhrchen für die aseptische Milchprobenentnahme angefordert werden.

Die Milchproben werden entweder von den Tierärzten oder von entsprechend eingeschulten Landwirten entnommen und an oben angeführtes Labor eingesandt.

 

Wir untersuchen Ihre Milchproben

Gerne stellen wir Ihnen unsere Dienstleistung zur Verfügung, bitte beachten Sie jedoch, dass für die Verrechnung mit den Tiergesundheitsdiensten und den Molkereien folgende Angaben erforderlich sind:

 

TGD-Mitgliedschaft

LFBIS-Nr. (Betriebsnummer)

Molkerei (Nöm-MGN, Bergland, Gmunden, Waidhofen/Thaya)

Molkerei-Liefernummer (sechsstellig)

 


Anleitung zur Entnahme aseptischer Milchproben

Milchprobenentnahme vor dem Melken durchführen
für die bakteriologische Milchuntersuchung wird das Viertelanfangsgemelk verwendet
mit den ersten Milchstrahlen einen Schalmtest ("California Mastitis Test") durchführen


1. Schalmtest
Für die grobe Schätzung der Zellzahl mittels Schalmtest wird eine Testplatte mit vier aufgesetzten Schalen benutzt. In diese Aufsätze wird von der rechten Seite der Kuh her etwas Milch aus den entsprechenden Eutervierteln gemolken. Die überschüssige Milch wird durch kippen der Testschale (beinahe senkrecht halten) bis auf einen Rest von etwa 2 ccm abgeschüttelt. Danach wird gleich viel, eher etwas mehr, Testflüssigkeit in jede Schale der Testplatte zugegeben.

Durch kreisende Bewegung werden Milch und Testflüssigkeit (5-10 sec. lang) gründlich durchgemischt. Anschließend wird sofort wie folgt beurteilt:
Die Schalmreaktion ist negativ (-), wenn das Gemisch gleichmäßig flüssig bleibt und den Mischbewegungen ungehemmt folgt.
Eine schwach positive Reaktion (+) zeigt sich in Schlierenbildung, die nur während den Mischbewegungen sichtbar sind. Das Gemisch folgt den Bewegungen noch ungehemmt.
Eine mittelgradig positive Reaktion (++) zeigt sich in deutlicher Schleimbildung. Das Gemisch folgt den Bewegungen leicht gehemmt und zeigt dabei eine unregelmäßige Oberfläche. Portionsweises Abgießen ist noch möglich.
Bei stark positiver Schalm Reaktion (+++) ist das Gemisch zähschleimig bis gallertig, das Milch-Testgemisch fließt nicht mehr auseinander, es bleibt in der Testschale stehen.

Die Ergebnisse des Schalmtests werden mit "- , +, ++ oder +++" in das Probenbegleitblatt eingetragen.

Anm: Unter der Zellzahl versteht man ist die Anzahl der Leukozyten (Entzündungszellen) in einer Milchprobe. Abhängig von Alter, Leistung, Rasse und Laktationsstadium einer Kuh beträgt die tolerierbare Zellzahl unter 200.000 Zellen pro ml Milch, junge Tiere haben z.B. geringere Zellzahlen als ältere. Angestrebt werden jedenfalls Werte von unter 100.000 Zellen pro Milliliter Milch, ein Anstieg über 200.000 ist als Hinweis auf ein Krankheitsgeschehen zu deuten.

2. Milchprobe für die bakteriologische Untersuchung
Intensive Reinigung und Desinfektion der Zitzenkuppen und Strichkanalöffnungen mit Desinfektionstüchern mittels bohrender Bewegungen durchführen, die Strichkanalöffnungen sollten nach der Desinfektion trocken sein.
Dabei Reihenfolge der Zitzenreinigung beachten um erneute Verunreinigung zu vermeiden.

Zum Beispiel:
Bei Probenentnahme von der rechten Seite zuerst Zitzen hinten links und vorne links, dann hinten rechts und vorne rechts reinigen und desinfizieren. Die Viertelgemelksprobe ist anschließend in umgekehrter Reihenfolge durchzuführen. Um zu vermeiden, dass Desinfektionsmittelreste oder Keime an oder in der Strichkanalöffnung ins Probeglas gelangen, ist vor der Probennahme nochmals ein Milchstrahl zu verwerfen.

Milchprobeglas beim Entstöpseln, Einmelken und Verschließen stets waagrecht und berührungsfrei halten um zu vermeiden, dass Keime aus der Umgebung des Euters, von der Zitzenhaut, von der Melkerhand in die Milchproben gelangen und das Untersuchungsergebnis verfälschen.

Anschließend bitte das den Proberöhrchen beiliegende Probenbegleitblatt auszufüllen und zusammen mit den Viertelgemelksproben rasch an uns übermitteln.

Bitte beachten:
Euterkranke, verdächtige oder behandelte Kühe als letzte melken, oder Zwischenreinigung des Melkzeuges durchführen. Euterkranke Kühe nicht auf die Weide austreiben, sondern im Stall lassen.

Adressetiketten sowie Vordrucke in Etikettenform, auf denen der Probeneinsender die augenscheinliche Gesundheit der probenliefernden Tiere bestätigt, finden Sie im Menü Downloads-Etiketten.


Weiterführende Materialien und Unterlagen zum Thema Eutergesundheit sowie Informationen zu den Programmen der Tiergesundheitsdienste sind bei den jeweilgen Geschäftsstellen der Tiergesundheitsdienste (TGDs) erhältlich. Die Adressen der TGDs finden sie hier.

Die bundesweit einheitliche Version des Moduls Eutergesundheit der TGDs können sie von den Webseiten des TGD-NÖ downloaden. 

Leitung & Mitarbeiter

Univ.Prof. Dr.
Walter Baumgartner
Telefon: +43-1-25077-5200
Verzeichnis der Mitarbeiter

Patientenauskünfte

Kliniktelefon: 01-25077-5232 (bitte zwischen 14-16h anrufen)
Besuchszeiten: Täglich von 16-18h (nach Anmeldung beim diensthabenden Assistenten, Tel. 01-25077-5232)

Professuren

Klinikleitung, Wiederkäuermedizin
Univ.Prof.Dr. Walter Baumgartner
Gastprofessur Lebensmittelmikrobiologie
Univ.Prof. Dr. Monika Ehling-Schulz
Professur Bestandsbetreuung
Univ.Prof. Dr. Marc Drillich

Sekretariat

Eva Petri
Sabine Pazelt
Telefon: +43-1-25077-5201
Fax: +43-1-25077-5290

Öffnungszeiten

Mo - Fr: 8:00 - 16:00 Uhr
Sprechstunden für Studenten:
Mo - Fr: 9:30 - 10:30 Uhr

Muuuuh! - Gratis Klingelton für Ihr Handy

Für echte Freaks: Hier gibt es einen standesgemäßen Klingelton für Großtierpraktiker

TGD-Transportförderung

Download des Formulars (TGD-NÖ)

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