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Diagnostische Möglichkeiten bei Kameliden
Leitung: Dr. Daniela Klein
Im Rahmen eines genauen Vorberichtes (Anamnese) werden Fakten wie z.B. Haltung, Fütterung, Dauer der Erkrankung, Futteraufnahme, Kot- und Harnabsatz ect. erhoben. Wichtigster Bestandteil einer exakten Diagnosestellung ist die eingehende allgemeine klinische Untersuchung des Tieres. (Allgemeinverhalten, Ernährungszustand, Haarkleid, Puls, Atmung, innere Körpertemperatur ….)
Im Anschluss an die allgemeine klinische Untersuchung folgen – so erforderlich - ausgewählte spezielle klinische Untersuchungen, wie zum Beispiel:
Untersuchung des Vormagen (Kompartiment 1) inhalts Das Kompartiment 1 ist ein wichtiger Bestandteil des Vormagensystems von Kameliden und maßgeblich für das Funktionieren der Zelluloseverdauung verantwortlich. Mittels der Untersuchung des flüssigen Inhalts des Kompartiments 1 lässt sich feststellen, ob der ph-Wert verändert ist und ob die für die Verdauung notwendigen Mikroorganismen lebend und aktiv sind. Mit dieser Untersuchung können häufig auftretende und für das Tier lebensbedrohende Erkrankungen (wie z.B. die Azidose, Fehlgärungen ect.) rasch diagnostiziert werden.
Kotuntersuchung auf Endoparasiten Mittels der parasitologischen Kotuntersuchung (wird in interner Kooperation mit dem Institut für Parasitologie angeboten) können Endoparasiten wie z.B. Lungenwürmer, Band- u. Rundwürmer, Leberegel nachgewiesen und in der Folge entsprechend bekämpft werden.
Blutuntersuchung Die morphologische und klinisch-chemische Untersuchung des Blutes (inkl. Der Erhebung spezieller Parameter wie der Blutgerinnung) wird in Kooperation mit dem Zentrallabor der VUW durchgeführt. Mittels der Blutuntersuchung können klinisch erhobene Verdachtsdiagnosen (z.B. Lebererkrankungen, Mineralstoffwechselerkrankungen und Harnabflussstörungen) bestätigt werden.
Blutgasuntersuchung Mittels der Blutgasuntersuchung ist es möglich, Störungen im Säure-Basenhaushaltes zu erkennen, die als Alkalose oder Azidosen auftreten können und ein „massives Entgleisen des Stoffwechsels" anzeigen.
Ultraschall Bei einer bestehenden Verdachtsdiagnose kann die Ultraschalluntersuchung von verschiedenen Organen (Herz, Niere u. Harnwege, Lunge, Leber, Abdomen, ...) sowie von Umfangsvermehrungen bei der Diagnosestellung hilfreich sein. Hierzu ist allerdings ein Scheren der Wolle im ensprechenden Bereich notwendig.
Endoskopie
Bei entsprechender Indikation gibt es auch die Möglichkeit unter Sedierung bzw. Anästhesie eine endoskopische Untersuchung durchzuführen.
Röntgen, CT und MRT In Zusammenarbeit mit der Klinik für Röntgenologie können weitere bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) erfolgreich eingesetzt werden. CT und MRT eignen sich insbesondere zur Bestätigung klinisch erhobener Verdachtsdiagnosen im Bereich des zentralen Nervensystems.
Orthopädische Untersuchung In Zusammenarbeit mit der Klinik für Orthopädie können wir eine umfassende Lahmheitsdiagnostik (incl. Röntgen, Ultraschall) mit anschließender konservativer oder chirurgischer Versorgung anbieten.
Hautuntersuchung
Bei Hauterkrankungen besteht neben der klinischen Untersuchung auch die Möglichkeit von speziellen Untersuchungen wie etwa:
- Untersuchung auf Ektoparasiten wie Läuse, Haarlinge, Zecken
- Untersuchung eines Hautgeschabsels auf Räudemilben oder Hautmykosen (-pilze)
- Entnahme von Hautbioptaten zur histologischen Untersuchung (z. B. zur Untersuchung eines Zinkmangels)

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