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Sektion Ganzheitsmedizin
Erforschung und experimentelle Verifizierung von Wirkmechanismen verschiedenster Phänomene in z. T. interdisziplinärer Zusammenarbeit mit humanmedizinischen Vereinigungen bzw. Instituten (z. B. Ludwig Boltzmann-Institut für Akupunktur, Gesellschaft für Matrixforschung, etc.)
Die Sektion und insbesondere seine gewählte Vertretung sehen sich als Bindeglied zwischen der westlich-wissenschaftlichen Tiermedizin und der Ganzheitsmedizin bzw. Naturheilkunde, zwischen den veterinärmedizinischen Universitäten und den praktizierenden TierärztInnen und Studierenden. Das sedimentierte Wissen ganzheitlicher Methoden wird auch in Lehr- und Seminarform vertreten, um es den praktizierenden TierärztInnen aber auch den Studierenden der Veterinärmedizin, zugänglich zu machen. Des Weiteren ist es unser Anliegen die ganzheitlichen Methoden dem breiteren Publikum bekannt zu machen, um diese medizinischen Ausrichtungen durch fundierte Argumentation gesellschaftlich zu verankern. In diesem Sinne wurde bei der letzten Sektionsversammlung der Antrag auf die Namensänderung in Sektion Ganzheitsmedizin einstimmig angenommen. Gleichermaßen wurde über ein Logo abgestimmt, das dem Selbstverständnis der Sektion entspricht und „Ganzheitlichkeit und Harmonie“ symbolisiert.
Was nun die ergänzende Anwendung dieser Methoden in der Veterinärmedizin betrifft, so fällt auf, daß sich nicht nur die Vorlesungen von A.Univ.Prof.Dr. Oswald Kothbauer an der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien eines regen Zuspruchs erfreuen; auch bei entsprechenden Schwerpunktveranstaltungen in Österreich, der Schweiz und Italien zeigt die Zahl der Teilnehmer eine stetig steigende Tendenz und immer mehr Kollegen bauen diese auch als Reflex- oder Regulationstherapien bezeichneten Behandlungsformen in ihr therapeutisches Konzept ein. Trotz der allgemein guten Beurteilung durch die Therapeuten und eines immer stärker werdenden Trends zu diesen u. a. auch kostensparenden und nebenwirkungsarmen Methoden gibt es - zum Teil berechtigte - Kritik. Hierbei steht natürlicherweise die Frage nach der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit im Vordergrund. Um die Funktionsmechanismen dieser Methoden unserem klinischen Denken zugänglich zu machen sowie deren Einsatzgebiete und auch die Grenzen aufzeigen zu können, bietet sich speziell durch die Veterinärmedizin die Möglichkeit, grundlegende Erkenntnisse für Human- und Veterinärmedizin zu erlangen. Auf dem Gebiet der Grundlagenforschung sind es vor allem klinisch-experimentelle Arbeiten, die vorzugsweise an den Universitäten durchgeführt werden sollten. Diesbezüglich wurden bereits an der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie am Institut für Anatomie und der Klinik für Chirurgie wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Weitere Untersuchungen laufen zur Zeit am Institut für Histologie sowie an der Klinik für Chirurgie. Die Dokumentation indikationsbezogener Fallstudien (mit entsprechender Fallzahl und Statistik) ist ein weiterer wichtiger und für engagierte Kollegen durchführbarer Schritt, die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Therapiearten zu objektivieren. Dazu sind Fachleute, die aus Theorie und Praxis entsprechende Kenntnisse aufweisen, nötig. Da eine solche Institution zur wissenschaftlichen Erforschung der genannten Methoden nur auf der engen Zusammenarbeit von Universität und Praxis basieren kann, stellt eine Sektion der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte (ÖGT) hierfür eine ideale Basis dar. Ein entsprechender Antrag wurde in der Ausschußsitzung der ÖGT vom 3.12.1988 angenommen und am 27.4.1989 die Gründung unserer Sektion in einer Hauptversammlung durch Abstimmung beschlossen. Die Konstitution des Sektionsausschusses und die Formulierung der Ziele unserer Sektion erfolgte schließlich am 22.6.1989.
Die ständig steigende Dichte der Informationen und Erfahrungen macht es notwendig den Lehrgang zu erweitern. So werden sieben Kurse (aufgeteilt zwischen Neuraltherapie inkl. westlich-wissenschaftliche Grundlagen der Veterinär-Akupunktur sowie Grundlagen der Lasertherapie und der Veterinär-Akupunktur nach TCM) abgehalten. Diese Aufteilung wird die NT- und TCVM-Kurse inhaltlich entlasten. Diese "gewonnene Zeit" wird unter anderem vermehrt für Patientenvorstellung und Praktika verwenden. Der neue Kursteil 7 bringt einen Ausblick in die Zukunft: Durch Einbeziehung von verwandten ganzheitlichen Techniken und Methoden sowie die Darstellung von Anbindungen an andere Techniken (Physiotherapie, energetischer Medizin, Ohrakupunktur, Kontrollierte Akupunktur, Homöopathie, Miasmenlehre, etc.). Die TCVM-Kurse sind inhaltlich den Erfordernissen der International Veterinary Acupuncture Society (IVAS) angepasst und entsprechen den internationalen Standards. Der grundlegende Unterschied besteht jedoch in der vorteilhaften Verquickung mit der Neuraltherapie und der westlich-wissenschaftlichen Akupunktur. Dies ergibt einen deutlich erhöhten praktisch-umsetzbaren Wert und erleichtert das Verständnis für die pathologischen, diagnostischen und therapeutischen Abläufe. Die Referenten sind fast alle IVAS-Diplomates und arbeiten seit Jahren mit den angebotenen Methoden.
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