Forschung
Mit der im Juli 2008 erfolgten Berufung von Prof. Wagner auf den seit 2000 vakanten Lehrstuhl wurde, im Zuge des Generationswechsels, eine Arbeitsgruppenstruktur umgesetzt. Die Forschung des IMML ist in fünf Arbeitsgruppen organisiert:
- innovative Nachweismethoden,
- molekulare Epidemiologie,
- Adaption von pathogenen Mikroorganismen,
- globale Aspekte der Lebensmittelsicherheit und
- Ökologie von lebensmittelassoziierten Zoonoseerregern (Post-Doc Programm der Veterinärmedizinischen Universität Wien)
Die Arbeitsgruppe innovative Nachweismethoden (Ass. Prof. Dr. Ingeborg Hein) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Verbesserung molekularer Schnelltestverfahren für den Nachweis und die quantitative Bestimmung pathogener Mikroorganismen in Lebensmitteln. Die Standardisierung erfolgt in Zusammenarbeit mit Expertengruppen der Internationale Standardisierungsorganisation (ISO, WG 6/TAG3) und dem Europäischen Komitee für Normung (CEN). Für folgende Organismen wurden in den letzten Jahren neue Nachweisverfahren entwickelt: Listeria monocytogenes, Bacillus cereus, Salmonella spp., thermotolerante Campylobacter, Clostridium chauvoei, koagulasepositive Staphylokokken).
Die Arbeitsgruppe molekulare Epidemiologie (Dr. Beatrix Stessl [Link 1]) beschäftigt sich mit der molekularen Typisierung von Zoonoseerregern mittels Pulsed Field Gel Elektrophorese, PCR basierten Techniken und sequenzbasierten Methoden. Diese Methoden dienen zur Abklärung von Kontaminationszusammenhängen innerhalb oder außerhalb lebensmittelerzeugender Betriebe. Weiters wird der Aufbau von Stammsammlungen und Datenbanken der Genotypen von aus Lebensmitteln und klinischem Material isolierten pathogenen Mikroorganismen als Grundlage für interventions-epidemiologische Maßnahmen betreut.
Die Arbeitsgruppe Adaption von lebensmittelassoziierten Erregern (Dr. Kathrin Rychli [Link 2]) beschäftigt sich mit den Anpassungsstrategien von mikrobiellen Populationen an die intrinsische und extrinsische Faktoren von Lebensmitteln. Die Arbeitsgruppe Rychli arbeitet vorwiegend an Proteomanalysen an Listerien und anderen Organismen und beforscht die Interaktionen von multiresistenten Mikroben mit sekundären Metaboliten von Schimmelpilzen. Die Arbeitsgruppe Rychli führt auch das Zellkulturlabor und stellt die für die Forschung benötigten Virulenzmodelle zur Verfügung!
Die Arbeitsgruppe globale Lebensmittelsicherheit (Ass. Prof. Dr. Dagmar Schoder [Link 3]) versucht die Milchhygiene in Entwicklungsländern zu verbessern. So werden Untersuchungen zur Prävalenz von Zoonoseerregern in Tansania durchgeführt, aber auch chemische Fragestellungen zum Vorkommen von Kontaminanten wie Melamin bearbeitet. Weiters verantwortet die Arbeitsgruppe Dr. Schoder das nationale Listerienmonitoring für Käsereien und andere Betriebe, und beschäftigt sich im Kontaminationsfall mit Betriebssanierungen.
Die Arbeitsgruppe Ökologie von lebensmittelassoziierten Zoonoseerregern (Dr. Stephan Schmitz-Esser [Link 4]) ist unser neues Baby und wird aus dem Post Doc Programm der Veterinärmedizinischen Universität Wien finanziert. Diese Arbeitsgruppe forscht an der Schnittstelle Lebensmittelkette und Umwelt und versucht, Mechanismen des Überlebens von pathogenen Mikroorganismen im Umfeld der Lebensmittelproduktion zu finden. So ist ein Schwerpunkt der Forschung in der Interaktion von pathogenen Mikroorganismen mit Symbionten wie Akanthamoeben gegeben.
Ein wichtiges Element der Entwicklung des Instituts ist das hier beheimatete Christian-Doppler Labor für Molekularbiologische Lebensmittelanalytik, welches sich vorwiegend mit der Entwicklung von Probenvorbereitungsstrategien, Target-Aufschlußtechnologien und PCR/Microarraybasierten Multiinformationsplattformen beschäftigt. Die Partner hierin sind das Austrian Institute for Technology (AIT), und die die beiden Wirtschaftspartner AGES und Merck KGaA (siehe Sektion CD-MOFA).


