Papillomaviren                                  

Der virale Hintergrund für Warzen wurde 1907 gefunden, der erste Papillomavirus 1933 beim Kaninchen (Richard Shorpe).

Sie werden mit der Bildung von Karzinome in Verbindung gebracht.

Erkranken können praktisch alle Säuger, vor allem aber Rind, kleine Wiederkäuer, Pferd.

Morphologie

Papillomaviren sind unbehüllte, icosaedrische Partikel mit ca. 555 nm Durchmesser.

                                                                                                              EM Bild

Das Capsid wird von 72 pentameren Proteinen gebildet (L1), die mit einem weiteren späten Protein (L2) verbunden sind.

 

Genom

Das Papillomavirus hat eine zirkuläre doppelsträngige DNA von 8kB Größe, die mit Histonen zu einer Superhelix verbunden ist, ähnlich Polyoma.

Replikation

Die einzelnen Isolate sind stark spezies-spezifisch, zeigen aber alle einen Tropismus für squamöse Epithelzellen.

Primär werden die Basalzellen der Haut infiziert, späte Genexpression kann jedoch nur in ausdifferentierten Zellen stattfinden.

Das Genom wird wie ein "multicopy nuclear plasmid " repliziert, wofür es 2 Mechanismen gibt:

Bei aufgeplatzten Zellen (Warzen) wird das Virus freigesetzt und durch Kontakt weitergegeben.

Die Expression des Papilloma Genoms ist komplex da

Nur ein Strang des Genoms wird transkribiert und wie bei Polyoma werden frühe und späte Proteine gebildet.

Protein Länge Lokalisation Funktion
Frühe Proteine
E1-M 70 kD Kern Modulation der Replikation (Initiation)
E1-R 70 kD Kern produtive Replikation
E2 48 kD Kern Transaktivator/Transrepressor
E2-Tr 31 kD Kern Transrepressor; Interaktion mit E1
E3
E5, bovin 5 kD Cytoplasmamembran Transformation, Adsorbtion??
E5, human Interaktion mit EGF-Rezeptor (growth factor)
E6 16 kD Cytoplasma Interaktion mit p53; aktiviert Telomerase
E7 10 kD Kern Interaktion mit RB105; Induktion von E2-analogen
E8
späte Proteine
L1 57 kD Cytoplasma/Kern Haupt-Capsidkomponente
L2 50 kD Cytoplasma/Kern Strukturprotein
E4 Cytoplasma Wechselwirkung mit Cytokeratingerüst

                                                                              p53: Tumor Supressor Faktor

Nicht alle frühen Proteine sind bei jedem Papillomavirus ausgebildet.

Pathogenese

Papillomaviren sind weitverbreitet unter Säugern und Vögeln.

Eine Infektion führt normalerweise zu einer benignen Zellwucherung, Warze oder Papillom.

Warzen können über Jahre bleiben, aber auch spontan abheilen (CTL-response).