ALV/ASV
Retrovirus Typ-C-Infektion des Geflügels, die für die Geflügelindustrie von Bedeutung und weltweit verbreitet ist.
Es werden nach Ellermann 5 pathologische Erscheinungsformen unterschieden:
Sie besitzen ein gruppenspezifisches Antigen (p27; 27kD), das als diagnostisches Ag genutzt wird.
Sie arbeiten als Helfervirus für replikationsdefekte Rous-Sarkom-Virus-Stämme (RSV). Sie interferieren aber mit der Zelltransformation bei RSV.
ALV/ASV ist ubiquitär verbreitet, führt aber nur selten zu Erkrankung.
Natürlicher Wirt sind Hühnervögel.
Die Viren werden horizontal und vertikal (Eileiter) übertragen. Bei Übertragung im Ei kommt es zu Immuntoleranz, was eine ständige Virämie zur Folge hat.
Natürliche Infektion durch Aspiration und Ansiedlung auf allen Schleimhäuten. Risiko bei Impfstoffen, die auf Hühnerzellen basieren, da potentiell kontaminiert.
Embryonal infizierte Küken bilden mit 6 - 8 Wochen transformierte B-Lymphozyten in der Bursa fabricii, die bis zur 20. Lebenswoche metastasierende Tumoren bilden.
Infektion in Jung- und adulten Hühnern führt zur Bildung neutralisierender Antikörper, die zur schnellen Eliminierung des Virus führt.
RSV infiziert die Stammzellen, expandiert schnell und infiltrativ, metastasiert haematogen und führt schnell zum Tod.
Klinik
Inkubationszeit ist variabel bis zu einem halben Jahr, keine klassischen Symptome, individuell unterschiedlich und meist nur bei einem geringen Prozentsatz der infizierten Hühner.
Anaemie, geschwollene Lymphknoten, Leber- und Milzrupturen, Hauttumoren, Knochenzubildungen.
Erregernachweis auf Hühnereiern.
COFAL, AGPT oder IF zum Antigennachweis.
Am besten ist das Merzen des Bestandes, gute Desinfektion und dann mit neuen Hühnern wieder anfangen.