Virusanlagerung an eine Zelle setzt spezifische Bindungsstrukturen voraus.
Dazu hat das Virus spezielle VIRAL ATTACHMENT PROTEINS (V.A.P) oder Liganden, die an zelluläre Rezeptoren binden können.
| Diese Bindung ist in den meisten Fällen reversibel
(bevor es zur Penetration kommt), einige Viren haben sogar einen Ablösemechanismus (Influenzaviren, Neuraminidase). Es kommt jedoch beim Ablösen oft zu Konformationsänderungen, die dann eine weitere Bindung des Virus erschweren. |
Rezeptoren sind normalerweise oberflächliche Zellstrukturen, die für ein normales Funktionieren der Zellfunktionen wichtig sind. Viren haben diese immer gleichen Strukturen als Chance erkannt, sich an diesen Zellen spezifisch anzulagern.
Moleküle, die auch als Virusrezeptoren fungieren:
| Molekül
Funktion
Virus
ICAM-I Adhäsion an andere Zellen Rhinoviren MHC I Ligand für CD 8 T-Zellen Adenovirus MHC II Ligand für CD 4 T-Zellen CR 2 Complementrezeptor C3d Epstein Bar Virus IgA Rezeptor Bindet IgA zum Transport durch die Zelle Hepatitis B Virus CD 4 Ligand für MHC II HIV-1, HIV-2, SIV IgM B-Zellrezeptor Maus Leukämievirus
IgG, gebunden an Bindet Virus
Dengue
Virus und andere Viren ß-Adrenergic Receptor Bindet Adrenalin Reovirus Acetylcholin Rezeptor Bindet Acetylcholin Tollwut-Lyssavirus
N-Acetylneuraminsäure
gibt den Zellen ihre negative Ladung
Influenza, Polyoma, Reo- Phosphotidylserin Zellmembranbestandteil Vesicular stomatitis Virus |
Die Bindung eines Virus an einen Rezeptor muß nicht dessen Funktion beeinflussen.
Das Vorkommen des Rezeptors bedingt weitgehend das Wirtsspektrum und den Tropismus des Erregers
Es sind nur sehr wenige Rezeptoren bisher gut charakterisiert.
Die Zelloberfläche dürfte zwischen 500 und 500.000 Rezeptoren aufweisen.
Rezeptoren können ganz spezifische Glycoproteine sein, es reichen aber auch Zuckerreste an Glycoproteinen oder Glycolipiden, selten sogar nur Lipide, um die Bindung herzustellen.
Normalerweise ist ein Rezeptor für ein bestimmtes Virus spezifisch, manchmal wird er aber auch von verschiedenen Viren benutzt, besonders wenn es sich um einen Zuckerrest handelt.
Komplexe Viren (z.B. Pox, Herpes, etc.) können mehrere Rezeptoren benutzen, wodurch ihnen mehrere Wege in die Zielzelle zur Verfügung stehen.
Manche Viren besitzen auf dem Liganden mehrere Domänen, die mit verschiedenen zellulären Rezeptoren interagieren können.
Die Interaktion zwischen viralem Ligand und Rezeptor führt meistens zu irreversiblen Änderungen am Virus.
| Ein klassisches Beispiel für dies ist die
Infektion mit
Influenza. Das Virus wird mit Hilfe seines Hämagglutinin-Liganden an N-Acetylneuraminsäure-Resten (Rezeptoren) gebunden, was zu einer Spaltungsreaktion führt. Dies hat eine Konformationsänderung zur Folge, die eine Fusionsdomäne am Ende des Hämagglutinins freilegt. |
Oft genügt ein Rezeptor nicht allein zur Infektion einer Zielzelle. Dann ist auch noch ein Co-Rezeptor vonnöten.
| Ein klassisches Beispiel hierfür ist die
Infektion mit
HIV. Das Virus bindet mittels seines gp120 Liganden an CD4+ Zellen, wobei Co-Rezeptoren wie Fusin eine Rolle spielen. Die bisher identifizierten Co-Rezeptoren von HIV sind Mitglieder der Familie der Chemokin-Rezeptoren, die in der normalen Immunantwort bei der Rekrutierung von T-Zellen und antigenpräsentierenden Zellen ihre Funktion haben.
Die Co-Rezeptor-Funktion ist scheinbar von der Zielzelle
abhängig. Fusin ist für T-Zell- |
Identifikation von Rezeptoren