Da ein Virus nur "leben" kann wenn es genügend Unterstützung von einer lebenden Zelle erfährt, muß es früher oder später in eine neue Zelle "umziehen".
Da Viren so konstruiert sind, daß sie in Zellen einbrechen, ist es schwer zu verstehen, wie sie sie z.B. durch budding wieder verlassen.
Einige Viren haben Enzyme, die sowohl den Eintritt wie auch das Verlassen unterstützen.
| Ein Beispiel ist das Neuraminidase-Protein des
Influenzavirus. Dieses Protein ist nicht nur fähig, die Bindung vom Virus an den Rezeptor abzulösen, sondern scheint auch in der Freisetzung des Virus eine bedeutende Rolle zu spielen. |
Behüllte und nichtbehüllte Viren zeigen Unterschiede bei der Freisetzung. Während die Behüllten noch Bausteine der Zelle für Ihre Hülle brauchen, warten die Unbehüllten bis der Zelltod eintritt, um sich zu befreien, oder sie töten die Zelle mittels "death-proteins".
Nichtbehüllte Viren
Zelltod
Nichtbehüllte Viren, wie z.B. Polio, hängen von der Desintegration der infizierten Zelle ab. Da sie aber den Zellmetabolismus schwer durcheinandergebracht haben, stirbt (verhungert) die Zelle sowieso.
"Death-proteins"
Adenoviren werden im Zellkern zusammengebaut. Neben dem Aushungern des Zellmetabolismus verfügt es aber noch über ein Protein (11.6K), das die effiziente Lyse der Zelle vorrantreibt .
Behüllte Viren
Verpacken (wrapping)
Behüllte Phagen und Viren des Genus Iridovirus (Insektenviren) erhalten ihre Hülle nicht durch budding, sondern ähnlich wie Pockenviren durch intrazelluläre Membranen. Pockenviren erscheinen ursprünglich als sichelförmige Strukturen im Cytoplasma, kurz "factories" genannt. Schon hier scheinen sie eine Hülle zu haben, die jedoch nicht aus Membranproteinen sondern wohl von den Cisternae des intermediären Kompartments (ER, Golgi) stammen. Die virale Hülle ist eine Doppelschicht, entsprechend einer gefalteten Membran und der Membran von Cisternae ähnlich.
Knospung (budding)
Das Freisetzen von behüllten Viren durch budding kann (Rhabdo, Herpes) muß aber nicht (Retro) die Zelle schädigen.
Umhüllung an der
| HIV gag Fusionsprotein p55 wird in die Lipidmembran inseriert. Dieser Schritt ist von der N-terminalen Myristylierung des p55 abhängig.
Mehrere inserierte p55 Moleküle kommen zusammen, um ein Patch"
zu bilden.
Jedenfalls bewirkt diese Assoziation eine Krümmung des Patches. Dieser
gekrümmte
Das gag Fusionsprotein p55 besteht auch aus pol-Teilen (reverse Transkriptase,
Integrase, |
Während dieses Prozesses werden Wirtsproteine aus dem Virion verdrängt. Nur Retroviren nehmen welche auf.
Falls sie nur aus einem bestimmten Bereich der Zelle ausbrechen, ist da auch noch die Frage, wie sie die apikale oder basale Membran der Zelle unterscheiden. Interaktionen zwischen viralen Glycoproteinen und zelluläre Signale sind wahrscheinlich hierbei beteiligt. In der Abwesenheit von "tight junctions", die die basalen und apicalen Seiten einer Zelle definieren, können Viren aus beiden Seiten knospen.
| Zelluläre und auch virale Proteine wandern zu der einen oder anderen
Membran der Zelle. Sollte eine Zelle z. B. sowohl mit einem Rhabdovirus als auch mit einem Orthomyxovirus infiziert werden, knospt das Rhabdovirus von der basalen Membran, während das Orthomyxovirus von der apikalen Membran hervordringt. |