ROTAVIRUS           

Gruppe A:  Subtypen 1, 2, 3, 4 Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern, 3 Monate => 2 Jahre

                  weitere 7 Serotypen infizieren Tiere (Affen, Kälber, Mäuse).

Gruppe B:  Infiziert Schweine, Ratten und Menschen (heute häufig bei Kindern und Erwachsenen z.B. in China).

Gruppe C:  Infiziert Schweine, selten den Menschen.

Gruppe D:  Infiziert Vögel.

Gruppe E:  Infiziert Schweine.

Menschliche Rotaviren gehen in Kultur nur schwerlich an, im Gegensatz zu denen der Kälber und Affen.

Das Virus besiedelt und zerstört das Zottenepithel des Dünndarms, was zur Dehydrierung führt.

Epidemiologie

Von infizierten Personen mit dem Stuhl ausgeschieden.

Das Virus ist sehr robust und überlebt zum Beispiel Kläranlagen trotz chemischer Behandlung

Übertragung: Fäkal-oral, tritt in Kinderkrippen, Kinderkliniken, Kindergärten auf (mangelnde Hygiene, in Krankenhäusern Risiko der Epidemie).

In der 3. Welt sterben 1 - 3 Mio. Kinder/Jahr daran.

Menschliche Rotavirus-Erkrankung

Inkubationszeit: kurz, 1 - 3 Tage

Symptome: Plötzlich auftretender, wäßriger Durchfall, auch Erbrechen. Dauert bis zu 6 Tage, heilt aber von selbst ab.

Der Flüssigkeitsverlust führt zur schwerer Erkrankung und ohne Behandlung oft zum Tod von Kleinkindern (im Zusammenhang mit den Verlusten an Ionen und der Aufnahme von Toxinen aus dem Darm). Oft mit Coronainfektionen vergesellschaftet, wobei dann bakterielle Superinfektionen noch weitere Probleme machen.

Pathogenese

Normalerweise infiziert das Virus die Epithelzellen der Dünndarmzotten. Die Zellen schwellen an und sterben ab. Beeinträchtigt die Wasseraufnahme => Durchfall. Im Cytoplasma der Darmepithelien große Mengen von viralem Protein als Einschlußkörperchen (Viroplasma) nachweisbar.

Behandlung

Mit Flüssigkeit und Elektrolyten, am besten i.v.

Immunologie

Ig A in Schleimhaut von Darm beteiligt an der Viruseliminierung. Schützt vor Reinfektion.

Ab's  gegen VP4 und VP7 sind neutralisierend.

Auch CTL's in der Eliminierung involviert.

Bei immunsuppremierten Kindern können Rotaviren neben den Darmepithelien auch andere Organe angreifen (Leber).

Prophylaxe

Impfung noch experimentell, wobei Tierstämme für den Menschen nicht pathogen sind.

Alternativ kann das humane VP7 auf rekombinanten Tier-Rotaviren exprimiert werden.

Diagnosis

Nachweis des Virus im Stuhl (3. - 4. Tag der Diarrhoe):

Prävention

Hygiene verbessern, Säuglinge stillen.

Tierpathogene Rotaviren

Rotaviren sind ein wichtiger Faktor bei Jungtieren, da sie hochinfektiös sind.

Wirtschaftlich ist diese Infektion von Bedeutung, da Jungtiere durch die Nekrose der Dünndarmzotten im Normalfall zu Kümmerern werden.

Inkubationszeit: 1 - 2 Tage

Symptome (Ferkel, Kälber): Nach Depression und Anorexie, wäßrig-gelbe Diarrhoe.

Diagnose: schwierig, da es viele Durchfallerreger gibt, außerdem können Superinfektionen das Bild verändern.

Immunologie: Nur lokale (intestinale) Ab-Bildung ab 3. Tag. Hält nur ca. 1 Monat!

Bekämpfung: