Orthopoxviridae (OPV)        

OPV bovis

Kuhpockenvirus/Cowpox

Erreger

OVP bovis, virulente und mildere Stämme (verschiedene Isolate).

Epidemiologie

Breites Wirtsspektrum unter den Säugern.

Isoliert aus Rindern, Katzen, Elefanten, Großkatzen (Leopard, Puma, Jaguar, Löwe, Panther, Ozelot), Nashorn, Ameisenbär, Waschbär, Okapi, Zweisel, Ratten, Wüstenmäusen, Wühlmäusen, Feldmäusen.

Infiziert auch: Känguruh, Delphin, Hund und Mensch, d. h. Zoonoseerreger (Kontaktinfektion an infizierten Tieren).

Nur sporadische Erkrankungen bei Haus- und Zootieren, Hauptreservoir sind Nager, jedoch ist diese Infektionskette heutzutage durch hygienische Haltungsbedingungen erloschen.

Differentialdiagnose: Parapocken, Melkerknoten

       

Elefantenpocken

Nur sporadisch; im Zoo/Zirkus, wahrscheinlich übertragen durch Ratten (von Nagern kontaminiertes Getreide).

Mögliche Ansteckungsgefahr für andere Elefanten/Tierpfleger (lokale Infektion, z. B. Auge beim Menschen).

Hauskatzenpocken

Erreger

Wird als ,,cowpox"-Virus angesprochen, weil es 2 Arten cytopl. EK induziert, von welchen die A"-EK's als ,,cowpox"-spezifisch bewertet werden.

Epizootologie

Nach wie vor unklar, ungeklärt, weshalb in Sept. - Dez. auftretend.

Sporadisch, nur Tiere mit freiem Auslauf erkranken. Wahrscheinlich infizieren sich die Katzen an Beutetieren, Ratten, Mäusen.

Bis zu 5% aller Hauskatzen haben Kontakt mit dem Ereger gehabt (Ab).

Ansteckungsgefahr für Menschen und Hunde; im Zweifelsfall Desinfektion mittels 2% Hypochlorit, Phenolderivaten. Zu beachten ist, daß Pockenviren in Krusten bei Umgebungstemperatur monatelang überleben.

Pathogenese der OPV-Infektionen

Überwiegend milder Verlauf bei Kleintieren, subklinisch auch bei Katzen.

Schwerer Verlauf bei Großkatzen und Elefanten.

Menschen meist nur lokale Infektion, selten schwer (wie bei Variola).

Primäraffekt an der Eintrittspforten (meist kleine Haut- oder Schleimhautverletzungen):

Weiterer Verlauf abhängig von Intensität der Virusvermehrung im nächstliegenden lymphatischen Organ.

Generalisierung ist mit einem Exanthem verbunden, das nur wenige Einzeleffloreszenen (Pocken) zeigt

Vermehrung dann auch in inneren Organen, speziell Leber (Immunosuppression z.B. mit Kortikosteroiden => massive Virusvermehrung, auch in der Lunge => Tod).

Klinik der OPV-Infektionen

Inkubation 3 - 6 Tage

Primärpusteln nach 6 bis 8 Tagen

Leichte Allgemeinsymptome manchmal mit Exanthem.

Nach 10 bis 14 Tagen Immunantwort => Heilung beginnt.

Komplikation: Viruspneumonie

Bei Katzen: oft lokale Läsionen.

Diagnose der OPV-Infektionen

Hautproben: trocken eingesandt: E.M. Untersuchungen, Pox mit cytopl. EK's

Differentialdiagnose dazu: Staphylokokken, Streptokokken, Parapocken (Rind)

Immunität der OPV-Infektionen

N-Abs nach 1 Woche, CTLs wichtig: Schutz für mehrere Jahre

Immunsuppressive Einflüsse oder Therapien können tödlich sein.

Eine frühzeitige Paramunisierung unterstützt die Heilung.

Behandlung der OPV-Infektionen

Die Hauteffloreszenzen sollen abtrocknen, also keine Cremes !!

Kontakt mit dem erkrankten Tier nur mit Vorsicht und nur von immunstabilen Personen.

Schutz für ca. 2 Jahre durch Pockenschutzimpfung (2x s.c oder i.m. im Abstand von 3 Monaten).

Erreger: OPV bubalis (Verwandt mit  vaccinia OPV commune)

Büffelpocken

Milde Erkrankung- ähnlich Kuhpocken, hat aber in den asiatischen Ländern ökonomische Bedeutung.

Auftreten im Maulbereich, am Euter und Skrotum.

Zyklische Krankheit mit der Ausbildung einer guten Immunität.

Beim Menschen lokal beschränkte Infektionen möglich.

Schutzimpfung mit attenuiertem Vaccinia.

Erreger: OPV cameli

Camelpox

Nur für Altwelt-Kamele pathogen (Asien, Ost-Afrika), normalerweise gutartig bei adulten Kamelen, bei Jungtieren häufig tödlich, da durch die Errosionen im Maulbereich das saugen eingestellt wird.

Zyklische Ekrankung - tritt alle 2-3 Jahre auf, immer wenn wieder eine gross genuge, sensible Population aufgebaut ist..

Wirtschaftliche Bedeutung: verschlechterte Kondition, Gewichtsverlust, red. Milchleistung (Erblindung, Abort). Da Milch der wichtigste Grund der Kamelhaltung ist und durch einen Abort bzw. Tod des Jungtiers bis zu 2 Jahre kein Nachwuchs und damit keine Milchproduktion vorhanden, ein echtes Problem für Nomaden.

Nicht humanpathogen!!

P.I. gute Immunität.

Impfung mittels Todimpfstoff (sehr kurze Immunität), attenuiertem Lebendimpfstoff (Abortgefahr) und replikationsdefizientem MVA (lange anhaltende Immunität? Noch nicht (offiziell) bewiesen) .

Erreger: OPV muris

Mäusepocken (Ektromelie)

Latentes Virusreservoir in Feldmäusen.

Akute Infektion: Charakteristische Schwellung des Kopfes, Veränderungen an Haut/Schleimhaut; Geschwüre an Extremitäten und Schwanz.

Verschiedene Virulenzen und verschiedene Empfänglichkeiten, d. h. verschiedene klinischen Verläufe, die auch chronisch werden können (Anorexie, verändertes Haarkleid).

Verseuchte Laborpopulationen müssen gemerzt werden, dann Schutzimpfung mit att. Vaccinia.

Der Mensch wird nicht infiziert, jedoch Silberfüchse und Nerze, die ähnliche Symptome zeigen.