Adenoviren beim Schwein        

Adenovirusinfektionen beim Schwein durch humane Typen => Anthropozoonosen.

In Cambridge 1962 (Betts und Mitarbeiter) infizierte adenovirus-verseuchtes Pflegepersonal SPF-Schweine innerhalb der Isolierstation. Als dies erkannt wurde, wurden Schweine auch mit Gewebekulturvirus humaner Adenostämme intranasal infiziert. In beiden Fällen kam es zur Ausbildung morphologisch erkennbarer Pneumonien (rarer Fall einer Anthroponose).

1964 wurde in England erstmals ein suiner Adenovirustyp vom Schwein isoliert (Haig et al). In den Folgejahren widmeten englische und deutsche Autoren großes Interesse den suinen Adenovirusinfekten. Sie isolierten große Zahlen von Stämmen, welche zumindest 5 Typen angehören.

Epidemiologie

Ausscheidung : Urin, Fäzes

Klinik

Subklinische Infektion, d.h. keine wirtschaftliche Bedeutung.

Teils wurde milde Diarrhoe mit vorübergehender Temperaturerhöhung und depressiven Erscheinungen erzeugt. Beachtenswert, daß zwei und mehr Wochen nach peroraler Infektion histologisch eine nichteitrige Virusmeningoencephalitis gefunden wurde (in Evidenz zu halten gegen voreilige Rückschlüsse auf verschleppte HCV- Fälle).

Infektionsverlauf systemisch mit anschließender Persistenz besonders in der Niere.

Über klinisch manifeste Enteritis und grobsinnlich faßbare Pneumonie berichteten Darbyshire und Patterson (bei Harkness 1971).

Diagnose

Kulturell schwierig. Eine Reihe von Blindpassagen erforderlich. Sie müssen auf Laborzellinien oder auf heterologem Gewebe vorgenommen werden (Bibrack 1970 Kanie). Andernfalls weiß man ja nie, ob nicht Blindpassagematerial auf bereits originäre adenoverseuchte Zellen ausgeimpft wurde.

Immunität

Vermutlich Großzahl der Ferkel kolostral geschützt. Der Verseuchungsgrad, wo untersucht, ist hoch, und Adeno gehören zu den guten Immunogenen. Selbst wenn ein Stamm eine pathogene Eigenschaft besitzen würde, käme sie also selten zum Ausdruck. Vielmehr ist anzunehmen, daß die passive Immunität als stille Feiung in eine aktive überführen würde.

Prophylaktische Schutzimpfung mit Kombinationsimpfstoff (Adeno 4, Mycoplasma, Haemophilus, Pasteurella).