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Protozoennachweis mit in situ
Hybridisierung
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Protozoäre Krankheiten sowie Krankheiten die durch morphologisch
ähnliche Organismen verursacht sind, die phylogenetisch zu
den Pilzen oder Algen gehören, kommen bei Tieren häufig
vor. Vorliegendes Projekt zielt auf eine Verbesserung der Methoden
zum Nachweis solcher Organismen in Paraffin-eingebetteten Geweben
ab. Diese histopathologische Standardtechnik erlaubt neben der Herstellung
von Schnittpräparaten auch die Langzeitlagerung von Probenmaterial.
Vor allem bestimmte Protozoen der Stämme Parabasala, Metamonada,
Amoebozoa und Alveolata, so wie einige den Pilzen oder Algen zugeordneten
Pathogene sind mit Standardfärbetechniken schwierig zu diagnostizieren.
Dies ist vor allem auf uncharakteristische Morphologie oder ausgesprochene
Kleinheit zurückzuführen, wodurch diese Erreger sich häufig
nicht gut von Gewebestrukturen abheben. Zusätzlich ist es so
nicht möglich, pathogene Vertreter von morphologisch ähnlichen
Symbionten ohne krankmachende Eigenschaften zu unterscheiden.
Zur spezifischen Identifikation von Protozoen in Geweben werden
häufig Methoden wie Immunhistochemie oder PCR eingesetzt. Die
Immunhistochemie ist von qualitativ hochwertigen Antikörpern
abhängig; solche stehen jedoch für eine Reihe von Pathogenen
mit überwiegend veterinärmedizinischer edeutung nicht
zur Verfügung. Mit der PCR werden molekulare Signale detektiert,
die aber nicht mit Gewebslokalisationen oder pathologischen Veränderungen
korreliert werden können.
Wir schlagen die Anwendung der chromogenen in situ Hybridisierung
(ISH) als ein neues Hilfsmittel für die Identifikation von
Protozoen in Gewebsschnitten vor. Als Gensonden setzen wir auf Digoxigenin-markierte
Oligonukleotide. Die Vorteile solcher Sonden im Vergleich mit anderen
spezifischen Detektionssystemen, wie etwa Antikörper, sind
(1) hohe Flexibilität im Design - praktisch jede Nukleotid-Sequenz
ist möglich, (2) rasche und kostengünstige Synthese durch
zahlreiche Biotechnologie-Firmen, und (3), dass die immunhistochemische
Detektion der Digoxigeninmoleküle ein dauerhaftes Farbsignal
generiert, welches auch Monate und Jahre nach der Reaktion re-analysiert
werden kann. Die ISH selbst hat im Vergleich mit reinen molekularen
Detektionsmethoden, wie PCR, den enormen Vorteil, dass spezifische
Erregerdetektion mit gleichzeitiger Beurteilung der Gewebsmorphologie
kombiniert wird. Das ist eine notwendige Grundvoraussetzung für
das Abschätzen der pathogenen Bedeutung von Protozoen, die
mit dieser Technik eindeutig mit durch sie induzierten Gewebsläsionen
korreliert werden können.
Im Rahmen dieses Projekts wollen wir evaluieren, ob Sonden, die
zur Hybridisierung mit protozoärer ribosomaler RNA designed
wurden, in der praktischen Anwendung in der Lage sind, Protozoen
auf unterschiedlichen hierarchischen Levels, wie Spezies, Genus,
Familie, oder eventuell höher, zu identifizieren. Während
vielfach die Speziesidentifikation von Erregern angestrebt wird,
ist im diagnostischen Umfeld häufig eine schrittweise Vorgangsweise
günstiger, wo eine Zuordnung zu einer bestimmten Familie oder
einem bestimmten Genus erst den Weg zu einer Speziesidentifikation
ebnet.
Dieses Ziel soll durch rigorose Tests der synthetisierten Sonden
an definierten Referenzproben erreicht werden.
Im speziellen und mehr angewandten Teil des Projekts wird überprüft,
ob ausgewählte Protozoen und andere Organismen in routinemäßig
eingebetteten und archivierten Gewebeproben bestimmter Tiergruppen
mit bestimmten Krankheitsbildern nachweisbar sind. Wir konzentrieren
uns auf ausgewählte Protozoen und andere Organismen mit veterinärmedizinischer
Bedeutung, welche sich teils durch zoonotisches Potenzial auszeichnen,
wie Trichomonaden, Giardia spp., Hexamita spp., Entamoeba spp.,
Leishmania spp., Plasmodiidae, Pneumocystis spp. und Prototheca
spp. Unsere Hypothese ist, dass Infektionen mit einigen dieser Organismen
unterbewertet werden, weil sie mit den gegenwärtig geübten
Routineuntersuchungen übersehen werden und mitunter durch sie
verursachte Gewebsläsionen nicht der Aktivität dieser
Erreger zugeschrieben werden.
Die längerfristige Vision, für welche vorliegendes Projekt
als erster Schritt gelten kann, ist der Aufbau einer modularen "Toolbox"
mit zahlreichen rigoros validierten Sonden, welche eine Identifikation
aller in Mitteleuropa relevanten Protozoen ermöglichen sollten.
Wir meinen, dass dieses Konzept, welches zunächst einmal Erreger
von veterinärmedizinischer Bedeutung im Visier hat, auch breite
Anwendung in der experimentellen und Human-Protozoologie finden
könnte.
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