Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte des Instituts sind einerseits Biodiversität, Genomik und Postgenomik (= Proteomik und Metabolomik) sekundärstoffliefernder Nutzpflanzen (Arznei- und Gewürzpflanzen), andererseits die Bedeutung und Verwendung funktioneller Pflanzenstoffe in der (Veterinär-) Medizin und (Tier-) Ernährung. In beiden Bereichen bestehen weitgehende Kooperationen mit inner- wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus zählen die Domestikation heimischer, aber auch exotischer Wildpflanzen, die Funktion von (toxischen) Schwermetallen sowie moderne Nachweismethoden von Giftpflanzen in der forensischen Veterinärmedizin (Phytotoxikologie) zu den Kompetenzen des Instituts.
Phytotherapie
Pflanzliche Produkte erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit in der Veterinärmedizin. Sie werden einerseits als Phytopharmaka wie in der Humanmedizin, andererseits als phytogene Futteradditive eingesetzt. In den nächsten Jahren wird ein Anstieg des Marktanteils von pflanzlichen Futterzusatzstoffen erwartet, die antibiotische Leistungsförderer ersetzen könnten. Zur Zeit beschäftigen sich nur wenige wissenschaftliche Institutionen mit der Erforschung dieser pflanzlichen Produkte bei einer Anwendung in der Tiermedizin. Die Veterinärmedizinische Universität Wien ist dabei, einen Forschungsschwerpunkt auf diesem Gebiet zu errichten.
Klinische Studien - Tierversuche - Qualitätskontrolle von Phytopharmaka - Pharmakologie - Toxikologie - Physiologie - Bakteriologie - Molekularbiologie
Eine Literaturliste zu phytotherapeutisch relevanten Büchern (allgemein & speziell für die Veterinärmedizin) finden Sie zum Downloaden hier [Link 1]. Die Bücher sind teilweise in unserer Instituts-Bibliothek vorhanden.
Molekularbiologische Authentizitätsprüfung von Arzneipflanzen
Die Feststellung der Identität des Ausgangsmaterials zur Erzeugung von Phytopharmaka ist von sehr großer Bedeutung, da sehr viele botanische Arten als Arzneipflanzen genutzt werden und es durch dieses Spektrum an Ausgangsmaterialien oft zu Verwechslungen bzw. Verfälschungen kommen kann. Bisher basieren die Untersuchungsmethoden der Drogen und Extrakte auf morphologischen, physikalischen und chemischen Kriterien, die oftmals für eine eindeutige Bestimmung unzureichend sind.
Vor einiger Zeit erkannte man, dass anhand des Vergleiches von DNA-Abschnitten auch Arten identifizierbar sind, wenn genügend Sequenzinformation über diese und nahe verwandte Arten vorliegt. Molekularbiologische Methoden der Artidentifizierung werden im Futtermittel- und Lebensmittelbereich bereits routinemäßig eingesetzt, um etwa Mikroorganismen, tierische und pflanzliche Produkte zu identifizieren.
Eine Möglichkeit zur Identifizierung nach Vorliegen ausreichender DNA-Sequenzinformation ist die Erstellung von artspezifischen Primern. Für den Artnachweis in Mischungen werden aber auch Restriktionsenzyme eingesetzt, die die DNA exakt an einer kurzen Unterscheidungssequenz schneiden. Die Quantifizierung der DNA einer Zielspezies ist durch die quantitative PCR (qPCR) möglich. Beispiele der bestehenden Anwendungen bei „Mischungen“ liegen im Bereich der Quantifizierung des Pathogenbefalles von Pflanzen oder in der Quantifizierung von DNA in verarbeiteten Lebensmitteln.
Der Nachweis sollte aber nicht nur beim Ausgangsmaterial möglich sein, sondern auch bei verarbeiteten Produkten.
Die wissenschaftlich-technische Problemstellung dieses Arbeitsgebietes ist die eindeutige Identifizierung von Arzneipflanzen anhand der DNA-Sequenz in unterschiedlichen Pflanzenextrakten und Endprodukten. Zusätzlich zur Methodenentwicklung der DNA-Extraktion und Analyse aus den Extrakten und Endprodukten soll die spärlich vorhandene DNA-Sequenzinformation von ausgewählten Arzneipflanzen ergänzt werden, damit diese Methode bei diesen Arten bald zum Routineeinsatz kommen kann.Außerdem werden Ansätze zur Quantifizierung von Mischungszusammensetzungen von Extrakten mit Hilfe der qPCR erarbeitet, um die Grundlagen einer praktikablen Anwendung zu schaffen.



