Histologisches Schnittpräparat [Link 1]

Zahnanlage des Hausschweines, Glockenstadium. (1) Zahnpapille, (2) Schmelz-organ, (3) Zahn-follikel, (4) Reste der Zahnleiste, (5) sich ent- wickelndes Zahn-bein und Zahn-schmelz, (6) Kieferknochen - Alveolarfortsatz. Färbung Alzianblau, pH 4

Umbau des Zahnhalteapparats im Verlauf von Individualentwicklung und Krankheitsprozessen

Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Gingiva, Periodontium, Alveolarknochen und Zahnzement) gehören zu den häufigsten Befunden in der tiermedizinischen Praxis. Hunde und Labornager dienen außerdem häufig als Modellorganismen für das Studium von Veränderungen des Parodontalapparates des Menschen. Im Gegensatz zu vor allem beim Hund gut untersuchten Heilungsprozessen nach unterschiedlicher Behandlung ist über die morphologische Grundlage degenerativer und entzündlicher Veränderungen des Zahnhalteapparates bei Tieren wenig bekannt. Körpereigene antimikrobiell wirksame Proteine und Peptide, die nicht nur in Zellen der Schleimhäute der Mundhöhle, sondern auch im Periodontium und in den Odontoblasten nachgewiesen wurden, scheinen bei der Progression der Erkrankung eine bedeutende Rolle zu spielen. Ebenso gibt es erstaunlich wenige detaillierte Informationen zur Entwicklung des Zahnhalteapparates, obwohl die Odontogenese ein intensiv beforschtes Themengebiet darstellt.

Das Ziel dieses Projektes ist die Charakterisierung und Quantifizierung morphologischer Veränderungen am Zahnhalteapparat im Verlauf der Individualentwicklung und der Entstehung von Erkrankungen. Es sollen sowohl Veränderungen der fibrillären und amorphen Matrix als auch der zellulären Komponente des Parodonts untersucht werden. Für die immunhistochemisch bereits nachgewiesenen antimikrobiell wirksamen Proteine und Peptide des Periodontiums und der Odontoblasten sollen zunächst geeignete Präparationstechniken entwickelt werden, um die Ergebnisse in vitro (Western Blot) und auf mRNA-Basis bestätigen zu können. Als Modellorganismen dienen vor allem Hund, Schwein und Pferd.

 

Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Klinischen Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie sowie mit PD Dr. C. Staszyk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover bearbeitet.